Arbeitszeugnis im Arbeitsrecht

Bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses hat grundsätzlich jeder Arbeitnehmer einen Anspruch auf Erteilung eines Zeugnisses. Da das Arbeitszeugnis Ihre Referenz für den nächsten Arbeitgeber ist und einen wesentlichen Teil der Bewerbungsunterlagen bildet, sollten Sie besonderen Wert darauf legen, dass das Zeugnis inhaltlich korrekt und formal fehlerfrei ist.

 

Dabei muss das Zeugnis zwar der Wahrheit entsprechen, muss jedoch wohlwollend formuliert sein. Zu beachten ist zudem, dass der Arbeitgeber die Gesamtleistung des Arbeitnehmers zu bewerten hat und sich nicht auf einzelene positive oder negative Vorkommnisse beschränken darf. Das Arbeitszeugnis muss zudem klar und verständlich formuliert sein. Leider wird dies in der Praxis nicht immer ausreichend beachtet. Für den Arbeitnehmer ist oft nicht klar ersichtlich, ob mit den in dem Zeugnis getroffenen Aussagen tatsächlich eine gute Bewertung seiner Leistungen erfolgt ist.

 

Gerne prüfen wir für Sie, ob das Zeugnis die üblichen Formalien einhält, objektiv richtig ist und keine verschlüsselten Formulierungen enthält sowie die von Ihnen ausgeübte Tätigkeit sowie Ihre Leistung umfassend und zutreffend widergibt.

Da die Erstellung eines guten Zeugnisses für den Arbeitgeber mit Arbeit und Mühen verbunden ist, die dieser gerade aufgrund des endenden Arbeitsverhältnisses häufig nicht bereit ist aufzuwenden, empfiehlt es sich hierbei für den Arbeitnehmer die Vorarbeit zu leisten. Daher formulieren wir gerne ein entsprechendes Zeugnis für Sie und setzen uns mit dem Arbeitgeber in Verbindung. Aufgrund der Arbeitsersparnis auf Seiten des Arbeitgebers erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass ein Streit über das Arbeitszeugnis vermieden werden kann.

 

Selbstverständlich setzen wir Ihren Anspruch auf Erteilung eines Zeugnisses auch gerichtlich durch, sollte Ihr Arbeitgeber dies verweigern.

 

Urteil des BAG vom 18.11.2014 zur Bewertung im Arbeitszeugnis


Nach der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts sind die Arbeitnehmer im Streitfall grundsätzlich darlegungs- und beweispflichtig dafür, dass sie überdurchschnittliche Leistungen erbracht haben. Durch das BAG zu klären war nunmehr jedoch die Frage, mit welcher Formulierung eine "überdurchnittliche Leistung" signalisiert wird. In dem vom BAG zu entscheidenden Fall war eine Arbeitnehmerin mit der Formulierung in ihrem Arbeitszeugnis unzufrieden, da sie das Wort "stets" vermisste. Der Arbeitgeber war der Ansicht, dass mit dieser Formulierung eine überdurchschnittliche Leistung belegt werden würde, die die Arbeitnehmerin im konkreten Fall nach der Auffassung des Arbeitgebers nicht erbracht habe.

 

Das BAG hat nunmehr entschieden, dass die Formulierung "zur vollen Zufriedenheit", weiterhin die der Note 3 (befriedigend) entspricht und eine durchschnittliche Leistung beschreibt, für die sich der Arbeitgeber nicht rechtfertigen muss. Wenn ein Arbeitnehmer der Auffassung sei, dass er eine bessere Bewertung verdient habe, dann müsse er die Gründe für diese Annahme darlegen und beweisen. Dabei spiele es nach der Auffassung der Richter insbesondere auch keine Rolle, dass in bestimmtem Branchen üblicherweise im Durchschnitt bessere Noten vergeben werden.

 

(vgl. Urteil des BAG vom 18.11.2014, AZR 584/13)